Zur Übersicht

Vortrag

Die Ausrichtung des Laststranges von Prüfmaschinen - Theorie und Praxis

Mittwoch (04.12.2019)
15:35 - 15:55 Uhr

Bei der Charakterisierung von Werkstoffkennwerten unter uniaxialer Beanspruchung wird immer von einer homogenen Spannungs- und Dehnungsverteilung ausgegangen. Durch eine unzureichende Ausrichtung des Laststranges der Prüfmaschine können Spannungs- und / oder Dehnungsspitzen entstehen, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind und zu Fehlinterpretation bei der Werkstoffcharakterisierung führen können. Vor allem bei spröden Werkstoffen und kurzen Proben wird sich dieser Einfluss negativ auswirken.

Einzelne Prüfnormen, aber vor allem Audit-Checklisten fordern in zunehmendem Maße eine Alignment-Prüfung. Die eigentliche Überprüfung der Ausrichtung des Laststranges erfolgt nach unterschiedlichen Methoden und mit unterschiedlichen Grenzwerten gemäß ASTM E 1012 bzw. ISO 23788.

Die üblichen am Markt angebotenen Alignment-Messungen werden mit den realen Versuchsbedingungen verschiedener Versuche (quasi-statisch bzw. zyklisch) verglichen.

Für einen konkreten Versuchsaufbau (Risswachstumsmessung an CCT-Proben mit einer einfach kardanischen Aufhängung) wurde die durch eine unzureichende Ausrichtung das Lastrangs verursachte Biegung in der Probe gemessen und mit den Anforderungen verschiedener Normen und Checklisten verglichen.

Auf der Basis dieser Ergebnisse werden Empfehlungen erarbeitet, welche Methode der Überprüfung des Lastranges in Abhängigkeit vom Versuchsaufbau angewendet werden sollte.

Risswachstumsdaten, die mit einer gut ausgerichteten und einer absichtlich sehr stark verschoben ausgerichteten Prüfmaschine erzeugt wurden werden miteinander verglichen.

 

Sprecher/Referent:
Dr. Christoph Henkel
AMAG rolling GmbH
Weitere Autoren/Referenten:
  • Dr. Sebastian Henkel
    TU Bergakademie Freiberg