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Plenarvortrag

Zum Einfluss von Defekten auf die Integrität zyklisch beanspruchter Bauteile

Tuesday (03.12.2019)
09:00 - 09:30 Uhr

Insbesondere bei zyklischer Beanspruchung spielen Defekte oft eine entscheidende Rolle für das Ver-sagen von Bauteilen. Dabei soll unter einem Defekt eine „Unregelmäßigkeit“ oder „Ungänze“ verstan-den werden, die (a) im Auslegungsprozess nicht adäquat berücksichtigt ist und (b) in letzter Konse-quenz das Versagen des Bauteils bewirkt.

 

Zu (a) Unterschieden werden kann zwischen

 

- Werkstoffdefekten wie nichtmetallischen Einschlüssen, Poren und anderen Holräumen, defektem

Gefüge und Mikrorissen und

 

- geometrischen Defekten wie Einbrandkerben, mechanisch erzeugten Eindrücken, Kratzern,

Korrosionsgrübchen oder auch Oberflächenrauheit, sofern im Auslegungsprozess nicht berück-

sichtigt.

 

Je nach ihrer Art, können die Defekte bei der Fertigung, im Betrieb oder auch im Wartungsprozess entstehen.

 

Zu (b) Entscheidend für die Definition von Defekten aus schadenskundlicher Sicht ist, dass sie am Ende zum Versagen des Bauteils, d.h., zu Bruch oder anderweitigem Funktionsverlust führen. Das ist durchaus nicht für alle „Unregelmäßigkeiten“ oder „Ungänzen“ der Fall. Zwar werden an vielen Defek-ten Risse gebildet, entscheidend werden diese für das Bauteil jedoch erst dann, wenn sie nach einer begrenzten Ausbreitung nicht arretieren. Dieser Teil des Vortrags beschäftigt sich deshalb mit den unterschiedlichen Optionen und Mechanismen für Rissarrest, die während der aufeinanderfolgenden Stadien der Ermüdungsrissausbreitung auftreten.

Sprecher/Referent:
Prof. Dr.-Ing. Uwe Zerbst
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)